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Bücher-Sucht

Kennt ihr das?

Ihr habt sie gefunden. Die ultimative Buchreihe.
Die Buchreihe, die euer Herz höher schlagen lässt, die euch fesselt, euch vom Schlafen abhält und euch beim Arbeiten oder in der Schule immer wieder wünschen lässt, ihr könntet doch jetzt schon mit dem nächsten Buch anfangen, damit ihr endlich wisst wie es weiter geht. Die Figuren sind so klar gezeichnet, dass ihr die einen einfach lieben müsst und die anderen abgrundtief hasst (und trotzdem von ihnen fasziniert seid). Ihr verschlingt ein Buch der Reihe nach dem anderen, ihr fiebert mit den Charakteren mit, sein es jetzt Kommissare, Krieger oder Mittdreißigerinnen auf der Suche nach Mr. Right.
Und dann kommt der absolute Super-GAU. Ihr seid mit dem Lesen dieser ultimativen Buchreihe schneller als der Autor sie schreiben kann. Und dann heißt es warten. Und warten. Und warten. Im schlimmsten Fall steht noch nicht einmal fest, wann der nächste Teil dieser Reihe erscheint. Dass kann wenige Monate dauern oder mehr als ein Jahr. Vielleicht wisst ihr das EVT-Datum schon und habt es euch rot im Kalender markiert. Vielleicht findet ihr das eine oder andere Buch als Ersatzbefriedigung für die Wartezeit.
Und dann ist er da. Tag X. D-Day. Wie auch immer ihr ihn nennen wollt. Der Tag des Erscheinens. Und ihr rennt los, in der Früh, wenn eure Buchhandlung gerade seine Pforten öffnet, in der Mittagspause, die in diesem Fall viel zu wertvoll ist, um sie mit Essen zu verschwenden, in der Freistunde, ab Abend, gerade noch bevor die Buchhandlung wieder zumacht.
Wenn ihr Glück habt, dann haltet ihr bald den neuesten Regalzuwachs in den Händen. Wenn ihr Pech habt, hatte das Buch keine hohe Lieferpriorität und wird vom Lieferanten erst am nächsten oder übernächsten Tag angeliefert.
Dann geht es ans Lesen. Und dann beginnt das ganze Spiel wieder von vorne.

Dabei stellt sich mir die Frage, sind solche Bücher so etwas wie legale, gesunde Drogen? Woran liegt es, dass sie so süchtig machen? Dass man bei manchen fast eine körperliche Abhängigkeit entwickelt, weil das “Unbedingt-wissen-wollen-wie’s-weitergeht” so stark ist, dass man gar nicht anders kann, als auf die innere Stimme zu pfeifen, die immer wieder schreit, dass man jetzt endlich ins Bett gehen sollte, weil man sonst am nächsten Tag vor lauter Müdigkeit fast aus den Latschen kippt? Wie werden solche Bücher gemacht und warum wirken sie auf einige Menschen stärker als andere?

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