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Sagt mal…

Was ist, wenn Bücher wirklich empfindsame Wesen sind? Fühlende, sprechende Wesen, die sich die ganze Zeit auf einer Frequenz unterhalten, die für unsere menschlichen Ohren nicht mehr zu hören ist? Was ist, wenn sie ähnlich wie die Spielzeuge in „Toy Story“ herumlaufen, herumfliegen? Ich meine, bei meinem sorgfältig chaotisch gehaltenen Durcheinander in meinem Bücherregal würde es mir nicht auffallen, wenn jetzt Janet Evanovich nicht mehr neben Dan Bown steht. Vielleicht huschen sie ins Regal zurück, wenn wir den Schlüssel in die Haustür stecken, vielleicht haben sie eine Abmachung mit der Katze, die am Fensterbrett sitzt und sie warnt, wenn wir nach Hause kommen. Vielleicht kennen sie unseren Arbeitsplan auswendig. Vielleicht gibt es ein Besitzer-kommt-nach-Hause-Frühwarnsystem.

Was denken sie wohl über uns, diese Bücher? Beobachten sie uns beim Staub saugen und brüllen uns hinterher, weil wir schon wieder diesen einen Fleck zwischen Regal und Pflanze vergessen haben? Tragen sie Eselsohren und Risse und Schokoflecken wie Kriegsnarben zur Schau? Haben sie Angst im Dunkeln? Buchrückenschmerzen, wenn man sie irgendwo offen liegen lässt? Schreien sie dramatisch „LUFT!“, wenn man sie aus der Handtasche holt? Haben sie beste Freunde im Regal? Lästern sie insgeheim über Buchverfilmungen oder ist der zweite Teil einer Trilogie tatsächlich das Dazwischenkind? Haben sie Angst in Vergessenheit zu geraten, wenn wir sie erst einmal gelesen haben? Selbstzweifel, weil wir sie gekauft, aber dann doch nie gelesen haben? Sind sie froh uns als Besitzer zu haben?

Ich könnte das noch ewig weiterspinnen. Aber jetzt mal ehrlich. Was wenn?

29 thoughts on “Sagt mal…

      1. Oh, jetzt lassen wir Furia und ihr Schnabelbuch mal beiseite. Ich meine das ernst: Was ist, wenn sich deine Bücher miteinander unterhalten? Was würden sie sagen? 🙂

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      2. Also, meine ungelesenen Bücher würden drängeln und rufen: “Lies mich” “Nein, mich” und mit kleinen Ellenbogen schubsen und versuchen, sich nach vorne zu drängen. Bei meinen anderen Büchern ist das unterschiedlich: Die ältern, oft gelesenen stehen relativ ruhig im Bücherregal und schauen wissend auf das Jungvolk, sprich die noch neueren Bücher, die sich ihren festen Platz im Regal evtl noch erobern müssen und geben diesen Tipps für einen festeren Halt im Regal. Ansonsten wispern und flüstern meine Bücher miteinander und erzählen sich Geschichten von den anderen Regalen oder Buchpressen, die sie gesehen haben und von den Menschen, die dort leben und arbeiten. Denn die Geschichten zwischen ihren Klappen halten sie geheim. Das ist wie bei uns Menschen: die Dinge, die tief in einem verborgen liegen, darüber spricht man nicht unbedingt…. Ja, so ist das mit meinen Büchern….

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      3. 😍😍😍 Oh, ich liebe es. Das ist eine wunderbare Vorstellung. Und gebrauchte Bücher erzählen vielleicht von Vorbesitzern und von deren Lesegewohnheiten und fremden Regalen. Wie der Staub in anderen Wohnungen kitzelt und von Regalbrettern, die durchhängen und von dem Tag, als sie aussortiert wurden. Oh, was für eine Vorstellung! 😍😍😍

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    1. Aber wenn wir ihre Sprache verstehen würden…die reden dann doch dauernd durcheinander. Da MUSS man ja verrückt werden. Aaaarg, diese Stimmen! Diese Stimmen in meinem Kopf! Waaaaaah! 😛

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    1. Dankeschön! 🙂
      Ich glaube auch, dass meine Bücher die ganze Zeit jammern. Warum liest sie mich nicht? Warum müssen wir so lange warten? Wann hat sie das Regal zuletzt abgestaubt? Mir ist kalt! Sind wir bald da? 😀

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      1. Haha genau, so ist es bei meinen bestimmt auch 😀 Und dann lassen sie sich darüber aus, dass ich es einfach nicht lassen kann, neue Bücher zu kaufen 😀

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      2. Ja, aber sie würden sich freuen, dass sie dauernd neue Regalnachbarn bekommen und die ausquetschen, wo sie herkommen und wie es in der Buchhandlung so war und so. 😉

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  1. …dann würden sie sich bei mir vermutlich über den Staub beschweren. Ich sollte dringend mal wieder den Wedel rausholen. Nein aber ernsthaft: vermutlich hätten sie die Stimmen und Manerismen ihrer Protagonisten und würden sich vermutlich über mich ihre Papiermäuler zerreißen.

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    1. Muhahahahaa! Meine würden vermutlich nur demonstrativ niesen. 😀 Bücher sind wie ihre Protagonisten? Uh, das eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Stell dir das vor. Die, die mehrere Protagonisten haben, sind alle irgendwie schizophren und haben gespaltene Persönlichkeiten. 😀

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  2. Hahahaha…wie toll….die Idee und die Kommentare…wunderbar….sehr schön, sehr schön…Meine hätten auch so einiges zu erzählen…und die, die derzeit auf dem Dachboden leben…ohoh…das Gemecker und Gehetze…oweia…gut, dass ich sie nicht verstehe…aber toll wäre es mit ihnen zu diskutieren, wenn man sie gelesen hat….ach was für eine tolle Vorstellung….:-)

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    1. Wer weiß, was die sich alles einfallen lassen. Wahrscheinlich steigen auf deinem Dachboden geheime Buchpartys mit riesen Buffets – Buchstabensuppe, Buchstabensalat – und Partyspielen – Fang das Buch, Welcher Charakter ist es?, Cluedo mit Krimis – und ich wette irgendwer spielt mit der Carrerabahn… 😀

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      1. Hahahaha…deswegen rumpelt es manchmal so…ich dachte es wäre das Gebälk… aber jetzt wenn ich so nachdenke…bei der Unordnung da oben würde mir eh nichts auffallen…hmhm..ich muss mal den Schornsteinfeger fragen…der ist öfter da oben wie ich…;-)…

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  3. Schon vor Tagen wollte ich etwas geschrieben haben, denn der Beitrag sowie die Kommentare dazu haben mir sehr gefallen. Aber ich komme ja zu nix.

    Für mich sind Bücher ziemlich ausgefuchst. Sie stehen auf Beachtung und werfen sich dafür in ein tolles Gewand. Sie wollen gelesen werden und öffnen sich dennoch nicht für jeden. Sie verfügen über eine magische Anziehungskraft, die uns zurückgehen lässt, wenn wir schon vorbeigegangen sind oder uns sofort festnageln, obwohl wir gar kein Buch kaufen wollten.
    In meinem Bücherregal geht es relativ ruhig zu, da nur ausgewählte (schon gelesene) Schätze da stehen. All die anderen (von mir gelesenen Bücher) begeben sich durch die Bib immer wieder auf eine kleine Reise und stiften andere LeserInnen dazu an, in andere Welten einzutauchen/sich auf Abenteuer einzulassen UND ihre volle Aufmerksamkeit geschenkt zu bekommen.

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    1. Hallo, Hibi!
      Schön von dir zu hören. Stress dich bloß nicht. 🙂
      Ich wette deine Buchregalveteranen sind die stolzesten Bücher überhaupt. So viele Bücher gehen durch deine Hände und diese hast du behalten. Hoffentlich steigt ihnen das nicht zu Kopf. 😉
      LG, m

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