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Rezension “Stimmen”

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Titel: Stimmen
Autor: Ursula Poznanski
Verlag: Wunderlich
Reihe: Beatrice Kaspary #3
Sprache: Deutsch
Seitenanzahl: 443
ISBN: 978-3-8052-5062-7
Format: broschiert

Inhalt: Menschen, die wirr vor sich hinmurmeln. Die sich entblößen, Stimmen hören: Die Psychiatriestation des Klinikums Salzburg-Nord ist auf besonders schwere Fälle spezialisiert. Als einer der Ärzte ermordet in einem Untersuchungsraum gefunden wird, muss die Ermittlerin Beatrice Kaspary versuchen, Informationen aus den Patienten herauszulocken. Aus traumatisierten Seelen, die in ihrer eigenen Welt leben. Und nach eigenen Regeln spielen…

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Meinung: Ich mag die Bücher von Ursula Poznanski und besonders die Reihe rund um Beatrice Kaspary haben es mir angetan, seit ich den ersten Band “Fünf” einsam und verlassen in einem Leseexemplar-Regal gefunden habe.
Stimmen ist ein gutes Buch. Ein Buch, das ich nun fast drei Jahre versauern habe lassen, bevor ich mir endlich die Zeit genommen habe, in diese Welt voller Gewalttaten und Psychospielchen zurück zu kehren.
Ich denke, einer der Gründe, warum ich das Buch bzw die Reihe so gerne mag, ist, dass der Handlungsort nur gut eineinhalb Stunden von meinem Heimatort entfernt liegt. Das klingt jetzt vielleicht ein wenig seltsam, aber es macht die Sache für mich echter und nachvollziehbarer.

Beatrice Kaspary hat auch dieses Mal nicht nur mit dem Fall zu kämpfen, sondern auch mit Kollegen, Vorgesetzten, der Öffentlichkeit und ihrem Exmann. Der Fall nimmt sie ganz offensichtlich mit, sie greift nach den dünnsten Strohhalmen, um die Ermittlungen voranzutreiben und muss sich gleichzeitig noch mit der Betreuung ihrer Kinder und den Anfeindungen von Achim auseinander setzen.
Ich fand manche der Steine, die Achim seiner Exfrau in den Weg legte, zwar fast schon vorhersehbar und klischeeartig, aber wenn man bedenkt, welche legalen Methoden zur Verfügung stehen, hat man ja nicht ganz so viel Auswahl.
Ich mag Beatrice. Sie wirkt so echt. Ob sie sich jetzt in den Fall reinhängt, ob sie mit den Kollegen Streit hat, wie sie mit ihren Kindern und der Tatsache umgeht, dass sie nie genug Zeit zu haben scheint – es macht die Figur lebendig. Sie ist viel näher am Leser dran, als irgendeine der anderen Figuren, die ich zwar mag – Florin und Stefan und wie sie alle heißen – mir aber nicht ganz so wichtig sind wie Beatrice.

“Stimmen” spielt sich größtenteils auf einer Salzburger Psychiatriestation ab. Menschen, die wispern und weinen und schreien; Menschen, die extremes Verhalten an den Tag legen, um ihre Umwelt damit zu schockieren. Menschen, die Stimmen hören und nicht gegen deren Befehle zur Wehr setzen können. All das schafft eine düstere, unangenehme Atmosphäre. Das Schicksal einiger der Patienten geht einem richtig an die Nieren. Vor allen Dingen Jasmin fand ich sehr interessant und ich frage mich, wie viel von der schrecklichen Geschichte von Fritzl aus Amstetten die Autorin wohl recherchiert hat, da es hier auf jeden Fall Parallelen zu geben scheint. Ich weiß nicht, ob das das Buch makaberer oder noch besser macht, wenn ich ehrlich bin.
Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich keine Psychologin bin. Zwar wirken die Abläufe im Klinikum sehr überzeugend beschrieben, allerdings habe ich natürlich keinerlei Vergleichsmöglichkeiten und ich zweifle ein wenig, ob das wirklich so passieren könnte oder ob sich die Autorin hier vielleicht Freiheiten genommen hat. Wenn ja, kann ich nicht sagen, was das für Freiheiten waren und was eigentlich unrealistisch wäre.

Während ich bei den Vorgängerbänden bis zur letzten Seite über den Täter im Dunkeln geblieben bin, hatte ich bei “Stimmen” schon etwas früher eine gewisse Ahnung, wer für die Morde verantwortlich sein könnte. Das Wie und Warum war mir allerdings völlig unklar, weshalb ich erst recht durch die Seiten flog, um das Buch zu beenden und alle Geheimnisse zu ergründen.

Alles in allem ist “Stimmen” eine gelungene Fortsetzung der Reihe. Es ist spannend, es ist fesselnd und auf eine nicht übertriebene Art grausam. Es ist großartig aufgebaut und stark von Anfang bis Ende mit überzeugenden Figuren. Ich weiß schon, warum diese Bücher zu meinen Lieblingsbüchern gehören und kann sie Krimi-Fans nur ans Herz legen.

 

3 thoughts on “Rezension “Stimmen”

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