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Rezension “The Invisible Library”

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Titel: The invisible library
Autor: Genevieve Cogman
Verlag: PAN
Reihe: Invisible Library #1
Seitenanzahl: 336
ISBN: 978-1447256236
Format: Taschenbuch

Inhalt: Die unsichtbare Bibliothek – ein Ort jenseits von Raum und Zeit und ein Tor zu den unterschiedlichsten Welten. Hier werden einzigartige Bücher gesammelt und erforscht, nachdem Bibliothekare im Außendienst sie beschafft haben. Irene ist eine von ihnen. Ihr aktueller Auftrag führt sie in ein viktorianisches London, wo eine seltene Version der Grimm’schen Märchen aufgetaucht ist. Doch was als einfacher Einsatz beginnt, wird nur allzu schnell ein tödliches Abenteuer, denn Irene ist nicht die Einzige, die hinter dem Buch her ist. Und die anderen Interessenten gehen über Leichen…

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Meinung: Machen wir es kurz und schmerzlos. “The invisible library” ist ein gutes Buch – es hat aber einen großen hässlichen Makel, der einen beim Lesen unzufrieden die Stirn runzeln lässt.

Die guten Sachen zuerst: Alles in allem ist “The Invisible Library” ein gutes Buch. Es hat viele facettenreiche Charaktere, die von sympatisch bis abstoßend alles sein können. Die mutige Hauptfigur Irene , ihren loyalen neuen Sidekick Kai, ein faszinierender Bösewicht namens Alberich, eine gemeine Gegenspielerin/Kollegin, ein genialer Detektiv und, und, und.
Irene ist als Hauptfigur sicherlich gut ausgearbeitet und ihre Handlungen wirken durchdacht und erfahrungserprobt, Kai verbirgt Geheimnisse, die nach und nach enträtselt werden und die Mission, auf der sie sich befinden, entpuppt sich als schwieriger zu erfüllen als erwartet.

Das Buch birgt jede Menge Spannung, Action, Magie und viele interessante und liebevoll ausgearbeitete Details. Die Bibliothek, für die Irene arbeitet, existiert jenseits aller Welten und ist doch mit allem verbunden. Besonders dieses Detail hat mich sehr fasziniert. So viele Möglichkeiten und verschiedene Welten verbergen sich hier, dass ich am liebsten selbst durch alle Türen gerannt wäre, um sie alle zu entdecken. Dass “The invisible library” dann hauptsächlich in einem London spielt, das viel steampunkiger ist als ich erwartet hätte, ist ein weiterer Pluspunkt.
Auch die “Sprache” – die magische Kraft der Bibliothekare – fand ich als eine sehr interessante und gut ausgearbeitete Idee. Generell scheint die Autorin viel Liebe und Energie in die Details gelegt zu haben.

Über all diese Details und den Wunsch alles möglichst logisch zu erklären, scheint die Autorin allerdings das komplette, ganz große Bild übersehen zu haben. Und das ist der große Makel, den ich erwähnt habe.
Der Sinn der Bibliothek und ihrer Arbeit erschließt sich mir einfach nicht. Was genau tut diese Bibliothek mit den Büchern, die sie “rettet”? Was bringt es der Bibliothek? Was bringt es der Welt, aus dem das Buch stammt? Keine der Welten steht in irgendeiner Weise vor einem Zusammenbruch, sodass das Werk für immer verloren gelten würde. Es gibt keinen Grund, warum die Bibliothek diese Bücher haben muss. Es gibt keinen guten Grund, warum die Bibliothekare hunderte Welten bereisen, um Bücher zu “besorgen” und dabei ihr Leben aufs Spiel setzen. Es wirkt fast als wäre die Bibliothek ein gieriger Antiquitätensammler, der einfach nur “alles” haben muss. Dass nicht einmal die Hauptfigur Irene einen guten Grund für ihre Arbeit nennen kann, spricht nicht gerade für die ganze Idee.

Das hat mich ehrlich gesagt mit der Zeit beim Lesen immer mehr gestört. Denn ohne einen guten Grund, warum die Bücher aus den verschiedenen Welten geholt werden, hat auch “The invisible library” keinen echten Grund zu existieren, um es einmal so auszudrücken.

Wird dies in den Folgebänden aufgeklärt werden? Ich setze meine Hoffnungen mal darauf. Denn abgesehen von diesem großen Punkt ist “The invisible library” wirklich ein gut zu lesendes Buch.

6 thoughts on “Rezension “The Invisible Library”

    1. Ja, das hab ich gesehen. Ich finde es wirklich schade, denn es ist echt spannend und die Figuren sind großartig. Ich hoffe, die Autorin hat das in einem der Folgebände besser ausgearbeitet. 🙂

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  1. Interessant, du bemängelst genau den Punkt, der mich auch am meisten gestört hat. Ich hatte den Eindruck, die Bibliothek bewahrt um des Bewahrens willen, was sich quasi als sinn- und zielloses Horten qualifiziert. Nicht einmal die Protagonistin kann genau erklären, warum sie in fremde Welten eindringt, um Bücher zu stehlen – als würde die Autorin ihr eigenes Konstrukt kritisieren. Merkwürdig.

    Liked by 1 person

    1. Hallo, Elli!
      Am Anfang ist es mir noch gar nicht so aufgefallen, aber je weiter ich kam, desto mehr haben sich mir diese Fragen aufgedrängt. Dass Irene das dann sogar selbst nicht beantworten konnte, war dann schon irgendwie merkwürdig. Ich erwarte irgendwie, dass sich das auflöst. Hast du die Reihe schon weiter verfolgt?
      LG, m

      Liked by 1 person

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