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Rezension “Der Marsianer”

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Titel: Der Marsianer
Originaltitel: The Martian
Autor: Andy Weir
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
Seitenanzahl: 514
ISBN: 978-3453316911
Format: Taschenbuch

Inhalt: Bei einer Expedition auf dem Mars gerät der Astronaut Mark Watney in einen Sandsturm und wird bewusstlos. Als er aus seiner Ohnmacht erwacht, ist er allein. Auf dem Mars. Ohne Nahrung. Ohne Ausrüstung. Und ohne Crew, denn die ist bereits auf dem Weg zurück zur Erde. Für Mark Watney beginnt ein spektakulärer Überlebenskampf …

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Meinung: Es ist eigentlich ziemlich erstaunlich, dass ich bei meiner Liebe zu fremden Sternen, Planeten, Galaxien und Raumschiffen erst rechst spät entdeckt habe, dass – hey – Science Fiction-Bücher doch auch etwas für mich sein könnten. Ich dachte immer, dass diese mit zu komplizierten Formeln, überkomplexen sozialen Gefügen und langatmigen Erklärungen gespickt seien und darauf hatte ich nun wirklich keine Lust.
Doch wenn man einem Genre erstmal eine Chance gibt – und das gilt auch für viele andere Sachen im Leben – dann kann man auch mal positiv überrascht werden.

Ich habe “Der Marsianer” etwa ein Jahr nachdem das Buch und der Film rauskamen als Mängelexemplar erstanden. Noch ein Jahr später habe ich das Buch endlich zu Ende gelesen. Ich muss sagen, es hat sich auf jeden Fall gelohnt.

“Der Marsianer” ist größtenteils als Tagebuch geführt und zwar von dem Mann, der von seinen Kameraden versehentlich auf dem Mars zurückgelassen wurde – Mark Watney. Im Nachhinein betrachtet wäre es wohl echt schlecht gewesen, wenn ein anderes Mitglied der Crew auf dem Mars zurückgeblieben wäre. Mark Watney ist allerdings Botaniker UND Ingenieur. Das ist schon sehr praktisch. Mir ist aber natürlich auch bewusst, dass das ganze Buch weder besonders glaubhaft noch besonders lang geworden wäre, wenn nun zum Beispiel Johannsen auf unserem roten Nachbarplaneten vergessen worden wäre.

Mark Watney ist großartig. Er hat einen wunderbaren Humor und macht einfach immer weiter, egal was für Katastrophen der Mars (oder er sich selbst) in den Weg stellt. In weiser Vorraussicht erklärt Watney alle Vorgänge und Prozesse in möglichst einfacher Form, damit auch Laien verstehen können, was er auf dem Mars so getrieben hat, sollte das Tagebuch Jahre später von einem Marstouristen gefunden werden. Ein kluger und etwas makaberer Schachzug des Autors, meiner Meinung nach.
Was mir hier aufgefallen ist, ist dass in der Übersetzung wohl einige der Witze und Späße untergehen. Vielleicht wäre es besser gewesen, das Buch auf Englisch zu lesen.

Die Teile des Buches, die nicht in Tagebuchform geschrieben sind, spielen sich auf der Erde bei der NASA ab, die verzweifelt versuchen, Watney am Leben zu erhalten und zu retten, nachdem sie endlich erfahren haben, dass Mark ja gar nicht tot ist. Auch dieser Teil hat mir sehr gefallen, obwohl mir die männlichen Figuren seltsamerweise recht farblos vorkamen. Mit der Zeit hatte ich Probleme sie auseinander zu halten. Die wenigen Frauen hingegen – Commander Lewis auf der Hermes war meine Lieblingsfigur – hatten Persönlichkeit und waren sehr unterschiedlich.

Generell trifft “Der Marsianer” die Mischung aus Tragit und Komik sehr gut. Wirft man noch eine Portion Wissenschaft und ein paar interessante Figuren in den Topf, hat man ein sehr gutes Buch, bei dem einem nicht langweilig wird. Ich habe sowohl mit Mark Watney als auch mit der Crew der Hermes und dem Bodenpersonal mitgefühlt und konnte alles gut nachvollziehen. Ich habe gute Lesestunden mit dem Marsianer verbracht und dieses Buch voller sanfter Science fiction ist eine großartige Einstiegsdroge für alle, die es mit diesem Genre gerne mal probieren wollen. Dass Matt Damon einen vom Cover her anstarrt, schadet jetzt auch nicht.

 

12 thoughts on “Rezension “Der Marsianer”

  1. Guten Morgen liebste M 😉
    Gelesen habe ich das Buch (noch) nicht, aber dafür habe ich erst vor zwei Wochen die Verfilmung gesehen und das sehr gern sogar. “Mark Watney ist großartig.” habe ich mir auch nach dem Film gedacht. Vielleicht komme ich ja irgendwann dazu, das Buch noch zu lesen.
    Sei mir ganz lieb gegrüßt, Hibi

    Liked by 1 person

    1. Hibi!!! Wie schön von dir zu hören! 🙂
      Ich habe mit dem Film gewartet bis ich das Buch fertig hatte, was eine Tortur war, weil ich ihn wirklich gerne anschauen wollte. Ich finde die Figuren sind prima besetzt. Jessica Chastain, hallo? Das Ende ist im Film allerdings anders als im Buch. Dramatischer irgendwie. 🙂 Lies es ruhig, es ist toll.
      LG, m

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  2. Huhu,
    ich habe “Der Marsianer” vor einer Weile gelesen und ich liebe das Buch. Der Humor darin ist einfach einzigartig, weshalb Mark Watney es ziemlich schnell geschafft hat mein Lieblingscharakter zu werden 🙂
    Ich glaube ich muss es demnächst unbedingt noch einmal lesen.
    Den Film habe ich auch schon gesehen und der ist erstaunlich gut. Natürlich fehlen ein paar Teile aber es ist überraschend wenig raus gelassen worden. 🙂
    Liebe Grüße
    Lee.

    Liked by 2 people

    1. Hallo, Lee!
      Das Ende haben sie im Film geändert, sodass es noch dramatischer war. Ich bin ein bisschen hin und hergerissen, weil auf der einen Seite Abweichungen vom Buch natürlich seltsam sind. Auf der anderen Seite hab ich mich gefreut, weil Commander Lewis somit im Film mehr vorkam und ich mochte sie. 😀
      Kennst du die beiden Kurzfilme, die vor dem Film veröffentlicht worden sind?
      LG, m

      Liked by 1 person

      1. Huhu,
        das Ende habe ich gar nicht verändert in Erinnerung. Aber das kann natürlich sein. Ich weiß nur noch das ich mich mega über die Iron Man Bemerkung gefreut habe. 🙂
        Die Kurzfilme kenne ich nicht. Wusste überhaupt nicht das es welche gibt.
        Wo kann man die den ansehen?
        Liebe Grüße
        Lee.

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      2. Doch, doch. Im Buch ist es Beck, der ihn reinholt und die Iron Man-Sache ziehen sie auch nicht durch. 😉
        Die Kurzfilme kann man auf Youtube anschauen. Waaaaaarteeee….

        Hier die Links:

        Viel Spaß! 😀
        LG, m

        Liked by 1 person

  3. Huhu 🙂
    Ich habe den Marsianer gehört und als Film gesehen und fand beides großartig!
    Solltest du die Möglichkeit haben (Bücherei oder so), dann hör auch mal ins Hörbuch rein. Echt klasse gesprochen!

    Liebe Grüße
    Miri

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