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#writingfriday #4

Hallo, ihr Lieben!

Wie geht es euch? Was macht ihr so? Bei Lizzy ist es wieder Zeit für den Writingfriday.

Ich habe mich heute für “Erkläre einem Alien was Liebe ist” entschieden. Ich liebe Science Fiction. Das wird spaßig. 😉

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Als erster Offizier des Intagallaktischen Raumfahrzeugs Pollok-VII-Gamma war es Zorocks Pflicht das Schiff alle zehn Zyklen abzuschreiten und überall nach dem Rechten zu sehen. Die meisten Mitglieder der Besatzung hatten sich in ihre Quartiere zurückgezogen und außer Besatzungsmitglied Patoon, der ihm mit seinen feuchten Tentakeln winkte, begegnete ihm niemand.
Zögerlich näherte sich Zorock dem Abschnitt des Schiffes, in dem sich die Unterkünfte der Menschen befanden. Menschen waren seltsame Kreaturen. Seit eines der menschlichen Crewmitglieder einen enormen Verlust von lebenserhaltenden Körperflüssigkeiten als “monatliches Übel” abgetan hatte und ein anderer Getreidekörner mit Hitze zum explodieren gebracht hatte, war Zorock besonders vorsichtig, wenn er sich in den Quartieren der Menschen näherte. Man wusste nie, was für verrückte Dinge diesen Kreaturen einfielen. Zorock gewöhnte sich zwar langsam an die Anwesenheit der fünf Menschen an Bord, auch wenn es jeden Tag neue Vorkommnisse gab, die alle Informationen, die das Menschenhandbuch vorgab, umwarfen.

Zorock war schon fast erleichtert. Nichts explodierte, kein Crewmitglied war verletzt, überhaupt schienen sich alle in ihre Quartiere zurückgezogen zu haben. Er war schon fast am Ende des Abschnitts angekommen, als sich eine der hydraulischen Türen mit einem Zischen öffnete und Besatzungsmitglied Mensch-Amalie mit einer Schachtel Zellstoffpapier aus dem Quartier trat, sich umwandte und an eine andere Quartierstür klopfte. Diese Tür öffnete sich ebenso zischend. Aus dem Quartier waren komische Laute zu hören – eine Folge von raschem Luftholen und ein darauffolgender langgezogener Ton. Ein Zittern lief über Zorocks Schuppen. Das war ein Geräusch, dem er nachgehen musste.
“Mensch-Amalie, ist alles in Ordnung?”, fragte der Offizier vorsichtig und steckte einen Teil seiner riesigen Gestalt durch die Tür, bevor diese den automatischen Schließmechanismus wieder in Gang bringen konnte. Mensch-Amalie hatte die Box mit dem Zellstoff vor Mensch-Yukiko abgestellt und eine Gliedmaße um sie gelegt. Aus Mensch-Yukikos Okkularen lief Wasser – laut Handbuch ein Anzeichen von Stress und Trau-rig-keit.

“Yukis Hamster ist gestorben”, erklärte Mensch-Amalie mit einem Nicken. “Sie hat Dinkel sehr geliebt.” Mensch-Yukiko steuerte ein weiteres Lufholen und einen neuen Ton bei.
Zorock kratzte sich mit einer Kralle an den Schuppen.
“Hamster? Ge-liebt?” Er verstand nicht. Davon hatte er im Handbuch nichts gelesen.
“Ja, geliebt”, meinte Mensch-Amalie. “Davon hast du doch sicher schon gehört, Zorro.”
Zorock zuckte bei dieser Anrede zusammen. Menschen hatten auch die Angewohnheit Namen von Crewmitgliedern abzukürzen oder nach ihrem Willen zu verändern. Er verstand es nicht, auch wenn Mensch-Amalie ihm zu versichern versucht hatte, dass ihm eine große Ehre zuteil wurde, wenn er den Namen eines menschlichen Helden trug. Die Sache mit dem “ge-lie-bt” und dem “Hamster” bereitete ihm nun aber doch mehr Kopfzerbrechen. Er hatte von der “Lie-be” im Handbuch gelesen, aber nicht gewusst, dass sie Menschen dazu bringen konnte, aus ihren Okkularen Wasser zu verlieren. Als erster Offizier war er für die Sicherheit der Crew verantwortlich. Er ließ sich auf dem Boden des Quartiers nieder.
“Könntest du das erklären? Ge-lie-bt?”

Mensch-Yukiko schnaufte erneut, während Mensch-Amalie den Kopf zur Seite neigte und Zorock betrachtete. Sie strich sich mit einer Gliedmaße das wenige Fell, das sie auf dem Kopf hatte, aus dem Gesicht.
“Liebe….das ist eine sehr starke Zuneigung, die man für andere empfindet”, begann sie. “Das empfindet man für seine Familie und auch für andere Menschen, die man schon lange kennt.” Sie machte eine Pause. “Oder auch Nicht-Menschen”, meinte sie mit einem Seitenblick auf Zorock. “Liebe kann man auch für Haustiere empfinden.” Sie nickte in Yukikos Richtung. “Liebe ist das schönste Gefühl der Welt. Liebe kann dich so stark machen, dass du die weitesten Entfernungen überwinden, die schlimmsten Schmerzen ertragen, die längsten Zeiten warten kannst. Du fühlst sie hier.” Mensch-Amalie legte eine Gliedmaße auf den oberen Teil ihres Torsos. Aus den Fortbildungsstunden zum Thema Anatomie von Fremdspezies wusste Zorock, dass dort eines der wichtigsten Organe im Körper eines Menschen lag. Mensch-Amalie fuhr fort.
“Liebe gibt dir das Gefühl zu schweben. Du siehst alles in einem anderen Licht. Du wünscht dir die Nähe der Personen, die du liebst und willst, dass es ihnen immer gut geht. Du bist stärker, glücklicher, fröhlicher – einfach besser, wenn du liebst.” Sie warf einen weiteren Blick auf Mensch-Yukiko und baute sich dann vor Zorock auf. Es war nicht sehr eindrucksvoll. Sie war vielleicht halb so groß wie er selbst, aber sie stemmte die Gliedmaßen in die Seiten und spannte die Muskeln in ihrem Gesicht auf eine besondere Weise an. “Und manchmal, da ist Liebe eben auch schmerzhaft. Dann reißt sie dich auseinander. Dann ist es, als würdest du in die einsame Kälte des Alls rausgepustet. Dann ist alles egal und alles schrecklich und dir fehlt die Luft zum Atmen. Und dann ist man eben traurig und verwendet all die Taschentücher, die man in seiner Kabine hat und braucht auch die der andern Crewmitglieder auf.”

Zorock fuhr mit seinen Tentakeln über seine Schuppenhaut. Mensch-Amalies Worte ließen ihn an seine Brutschwester denken. Sie war kleiner als er selbst, hatte aber die schönste Schuppenfarbe, die jemals ein Zorander hervor gebracht hatte. Vor einigen Zyklen hatte sie selbst eine Brutstätte aufgemacht und war nun Mutter von einigen Junglingen. Zorock schätzte die Zeit, die er mit seiner Brutschwester verbrachte. Die Junglinge kletterten bei Besuchen gerne auf seinem Rücken herum und schärften ihre Junglingszähne an seinen Rückenstacheln. Er ließ es stets geschehen. Er hatte nicht gewusst, dass Menschen für dieses Gefühl ein Wort besaßen. Menschen mussten immer allen Dingen Namen geben. Es war zum Schuppen raufen.

Zorock erhob sich vom Boden des Quartiers.
“Danke für diese Erklärung. Ich werde mit dem Captain eine Erweiterung des Handbuchs durchsprechen.” Die hydraulische Tür öffnete sich zischend und Zorock schob sich rückwärts nach draußen auf den Gang. Er zögerte kurz.

“Braucht Mensch-Yukiko noch mehr Zellstoff? Möglicherweise könnte man aus den Lagerräumen noch etwas holen…”

Mensch-Amalie lachte und zeigte ein Zähnefletschen, das nicht als Drohgebärde zu verstehen war. Man nannte es ein “Läch-eln”. Mensch-Yukiko ließ ebenfalls ein leises Glucksen vernehmen.

“Ich denke, wir haben genügend Taschentücher. Danke, Zorro. Lieb von dir.”

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Ach, ich liebe diese Menschen sind Space-Orks-Geschichten. Ich fürchte, ich habe hier zu viel reingequetscht. Macht aber nichts. Man kann nie genug All und Raumschiff und Aliens haben. 😉

9 thoughts on “#writingfriday #4

  1. “Verlust von lebenserhaltenden Körperflüssigkeiten als „monatliches Übel“” – bahahaha. Da musste ich echt lachen. hihi 😉

    Ich finde die Geschichte klasse! Danke, dass du sie mit uns geteilt hast, liebe m.

    Liebe Grüße
    Miri

    Liked by 1 person

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