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Rezension “The Wizard of Oz”

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Titel: The Wizard of Oz
Autor: L. Frank Baum
Verlag: Canterbury Classics
Sprache: English
Seitenanzahl: 205
ISBN: 978-1607109433
Format: Gebunden (Softcover)

Inhalt: A cyclone sends little Dorothy and her dog Toto into the land of Oz, where she meets strange and magical people and goes on many adventures to find her way back home.

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Meinung: So wie es aussieht werde ich meinen Vorsatz, dieses Jahr mehr “Klassiker” zu lesen, tatsächlich einhalten. Das freut mich ungemein, da ich tatsächlich einige Bücher entdecke, die mir beim Lesen eine helle Freude bereiten oder zumindest einiges an Gefühl, sei es jetzt Frust oder Erstaunen oder dass sie mich zum Nachdenken anregen.

Ich denke, jeder kennt die Geschichte von Dorothy, die von einem Wirbelsturm in das fremde Land Oz getragen wird und sich zusammen mit einer Vogelscheuche, einem Blechmann und einem feigen Löwen auf macht, den großen Zauberer zu besuchen, damit er sie wieder nach Hause bringen kann.
Die Geschichte war mir natürlich auch geläufig, auch wenn ich das Buch nie gelesen und den Film mit Judy Garland nie gesehen habe. Ich wusste über die Hexen Bescheid und über den Zauberer und den gelben Gehweg. Trotzdem war ich wohl überhaupt nicht darauf vorbereitet, was mich in diesem Buch wirklich erwartet. So viele Dinge waren neu und anders, dass ich mich dann doch sehr gewundert habe.

Zuallererst einmal ist das Buch ein richtiges Märchen. Es ist aufgebaut wie ein Märchen, es hat die Art und den Zauber eines Märchens und ist vom Autor auch als Märchen gedacht. Das hatte ich nicht erwartet. Ich hatte eine Geschichte für Kinder erwartet, kein Märchen. Das war schon mal das erste, das mich (freudig) überrascht hat.

Die ganze Geschichte liest sich wie eine Art Aneinanderreihung kleiner Mini-Abenteuer. Die Übergänge sind holprig und ein wenig abgehackt, aber zumindest weiß man, woran man ist. Man muss nicht auf versteckte Fäden achten, weil ein Ereignis nach dem anderen abgehakt wird. Dorothy ist ein kleines Mädchen, das teilweise mutig, teilweise ängstlich ihren Weg geht dabei auf Freunde trifft, mit denen sie die Beschwernis des Wegs gemeinsam meistert. Wie bei den meisten Märchen kann man von den Figuren jetzt nicht unbedingt Tiefe erwarten und so hatte eben jeder sein Päckchen zu tragen, war aber ansonsten recht zweidimensional.

Was ich sehr interessant fand, war wie sehr Farben in der Welt von Frank Baum eine Rolle spielen. Die unterschiedlichen Regionen haben alle eine Farbe (blau, grün, gelb, rot) zugewiesen, während weiß/silber die Farbe der Magier ist. Deshalb findet zum Beispiel Dorothys blau-weiß kariertes Kleid großen Anklang, da jeder sie für eine Hexe hält, die gleichzeitig auch noch liebenswürdig genug ist, die Farbe der Munchkins zu tragen. Auch sind ihre magischen Schuhe nicht rot, wie ich (und vermutlich der Großteil der Menschheit, die das Buch nicht gelesen haben) immer dachte sondern silber. Hexenfarbe. Ich fand das höchst faszinierend.

Im Großen und Ganzen war das Buch für mich eine Nicht-Erfüllung meiner Erwartungen. Egal, was ich dachte zu wissen, es gab mehr oder es war anders. Eine seltsame und doch irgendwie faszinierende Erfahrung. Es ist nicht vollgepackt mit Spannung, man sitzt nicht vorne am Rand des Stuhls. Es besteht aus Abenteuern eines Kindes und seiner Freunde, die Erfüllung von Wünschen und die Dinge, die man bereit ist dafür zu tun und in Kauf zu nehmen. Es geht um Teamwork und Hilfsbereitschaft und alles in allem konnte ich mich zurücklehnen und mich über die vielen kleinen neuen Dinge freuen, die sich der Autor ausgedacht hat.

 

8 thoughts on “Rezension “The Wizard of Oz”

  1. Mir persönlich hat die Geschichte von Oz auch sehr gefallen und fand es schon immer faszinierend.
    Wicked – Das Musical ist zudem eine wunderschöne Darstellung von der Bösen Hexe des Westens (?) und ihrer Geschichte. 🙂
    Einen wunderschönen Tag
    Serafina 😀

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    1. Hallo, Serafina!
      Ich muss sagen, dass mich das Buch vor allen Dingen überrascht hat. Ein Großteil der Dinge, die ich dachte zu wissen, war falsch. 🙂
      Wicked hab ich nicht gesehen, aber ich habe es vor. Es soll sehr gut sein. 🙂
      LG, m

      Liked by 2 people

  2. Huhu,

    oh an Klassiker sollte ich mich vielleicht auch mal heranwagen. Ich habe “Der Graf von Montecristo” bei mir im Regal stehen und mir auch fest vorgenommen es irgendwann zu lesen 😀
    Was den Zauebrer von Oz angeht, habe ich tatsächlich weder das Buch gelesen noch den Film gesehen. So wie du es beschreibst klingt es relativ niedlich, aber irgendwie konnte ich mit dem was ich über das Buch schon weiß nie wirklich warm werden. Klar ist es irgendwo interessant, aber naja. Wahrscheinlich ist eh das meiste, dass ich über das Buch weiß falsch 😀 Wenn ich mir deine Erfahrung mit dem Buch so ansehe

    Liebe Grüße
    Lee.

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    1. Huhu, Lee!
      Du kannst ja mit was Kleinem anfangen und dich dann steigern. 😉
      Direkt als niedlich würde ich es jetzt nicht beschreiben. Ich dachte bei Märchen eigentlich an die richtigen Grimm Märchen, wo auch mal wer sich einen Finger abschneidet, um ihn als Schlüssel zu benutzen. Diese Art von Märchen. 🙂 Es ist tatsächlich ganz anders als ich es mir vorgestellt habe. Du kannst dir das Buch sicher in der Bücherei ausleihen…
      LG, m

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      1. Haha, ja der Graf von Montecristo ist ein wenig viel am Anfang das stimmt schon.
        Faust ist so ziemlich einer meiner Lieblingsklassiker. In meiner Klasse hat immer jeder gestöhnt, aber ich hab ihn ganz gerne gemocht. Außer Gretchen. Bah. Doofe Ziege 😀
        Okay ja, die Grimmschen Märchen sind ein wenig creepy. Da muss ich dir zustimmen. Wenn der Zauberer von Oz in die Richtung geht, dann habe ich das auf keinen Fall erwartet^^

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  3. Hallo 🙂
    Eine Nichterfüllung deiner Erwartungen klingt klasse. Mir wäre es nicht anders ergangen – ich habe das gleiche Hintergrundwissen über den gelben Weg, etc gehabt und auch den Film geguckt – aber ich bin mir sicher, dass mich das Buch auch überrascht hätte. Wirklich wie ein Märchen hat der Film nämlich nicht auf mich gewirkt und ich hatte bisher auch immer den Eindruck, dass es eine große Haupthandlung gibt und nicht mehrere kleine Abenteuergeschichten.
    Irgendwie reizt mich deine Rezension nun auch, diesem Buch eine Chance zu geben.
    Mehr Klassiker möchte ich nämlich auch gerne lesen. Ich brauche nur einen Guten zu Beginn, der mich packt und mich zum Weiterlesen anspornt. Vielleicht passt The Wizard of Oz da ja gut rein.
    Liebe Grüße,
    Janika

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    1. Hallo, Janika!
      Ich habe den Film leider nie gesehen, ich weiß nur, dass Judy Garland definitiv älter ist als die Dorothy im Buch. Das dürfte ein Faktor sein. Zwar sind sie im Buch auch unterwegs und haben ein Ziel, aber es wirkt definitiv mehr wie viele kleinere Dinge, die sich aneinanderreihen.
      Ich bin gespannt, was für Bücher du auswählst. “Der Geheime Garten” von Frances Hodgson Burnett könnte ich sonst als Einstieg auch sehr empfehlen. 😉
      LG, m

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