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Rezension “In eisiger Nacht”

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Titel: In eisiger Nacht
Originaltitel: Die last
Autor: Tony Parsons
Verlag: Bastai Lübbe
Reihe: Max Wolfe #4
Sprache: Deutsch
Seitenanzahl: 339
ISBN: 978-3404176212
Format: brochiert

Inhalt: London, an einem frostigen Wintermorgen. Bei einem Einsatz erwartet Detective Max Wolfe ein schrecklicher Anblick: In einem Kühllaster liegen zwölf erfrorene Frauen. Offenbar hatten sie noch versucht, sich aus ihrem eisigen Gefängnis zu befreien – vergeblich. Alles deutet darauf hin, dass sie von Schleusern illegal ins Land geschafft wurden. Doch warum mussten sie sterben? Als man im Führerhaus des Lasters nicht zwölf, sondern dreizehn Pässe entdeckt, schöpft Max Hoffnung: Wo ist die dreizehnte Frau? Lebt sie vielleicht noch? Auf der Suche nach ihr tauchen Max und seine Kollegen tief in die dunkle, gefährliche Welt des Menschenhandels ein.

Watercolor Christmas snowflake background

Meinung: Tony Parsons Bücher rund um den Detective Max Wolfe gehören zu den wenigen, die ich mir unbeschaut kaufe. Obwohl ich nicht immer zu hundert Prozent mit allem einverstanden bin, was in diesen Büchern so los ist und den Autor auch gerne mal schütteln würde, kann ich mich diesen Geschichten einfach nicht entziehen.

Manchmal würde ich das aber gerne. Ich lege Tony Parsons Bücher oft für ein paar Tage weg, um mich zu sammeln. So auch dieses. Bereits der Prolog ist schonungslos und schrecklich und wenn ich ehrlich bin wird das für den Rest des Buches nicht viel besser. In gewohnter Manier zeigt uns der Autor wie grausam und schrecklich diese Welt ist und dass sich hinter den Kulissen viel mehr abspielt als der Normalbürger weiß oder überhaupt wissen möchte. Dieses Mal gibt es keinen positiven Subplot, keine wirklichen positiven Momente, die ein Fünkchen Hoffnung geben. Alles ist trostlos und schrecklich und menschenverachtend. Max fragt sich mehr als einmal, warum er diesen Job als Polizist macht, wo es doch keinerlei Aussicht auf Besserung gibt, wo doch keine seiner Taten einen Unterschied macht.

Ich mag Max, auch wenn ich mir manchmal schon an den Kopf greifen könnte. Auf der einen Seite verstehe ich ihn ja, aber manchmal ist sein Verhalten für mich nicht begreiflich. Worüber ich dieses Mal recht froh war, ist dass Max dieses Mal nichts mit einer Zeugin angefangen hat. Das ging mir in vergangenen Büchern schon auf die Nerven.
Was mir recht gut gefällt ist seine Beziehung mit Edi. Es ist nicht notwendigerweise eine romantische Beziehung, es ist eine Partnerschaft, eine Freundschaft, die darauf aufbaut, dass sie sich blind verstehen und auf einander aufpassen. Ich hoffe sehr, dass der Autor das nicht kaputt macht.

Wie immer bin ich fasziniert, wie informiert der Autor über das Thema scheint, das er sich für das Buch ausgesucht hat. Dieses Mal geht es um Schlepper und illegale Einwanderer. Man taucht ein in eine Welt voller Prostitution und Grausamkeit und Verzweiflung. Menschen, die alles dafür tun würden, ins Land zu kommen und sich eine bessere Zukunft aufzubauen. Mit Max und Edie besuchen wir Slums in Frankreich, Stripclubs, Chinatown, LKW-Raststätten und, und, und. Die Situation ist menschenverachtend und entwürdigend und ich habe mich mehr als einmal gefragt, ob der Autor sich hier Freiheiten genommen hat, um es für sein Buch in gewohnter Manier extra schrecklich zu machen oder ob er sehr viel Recherche angestellt hat, um es so authentisch wie möglich darzustellen und gleichzeitig seinen Lesern auf die schrecklichen Umstände aufmerksam zu machen. Ich weiß es nicht.

Im Grunde ist es ein großartiger vierter Teil, mit vielen schrecklichen Details und einer bedrückenden Stimmung. Bedrückend ist das richtige Worf für Tony Parsons Bücher. Max ist vielleicht nicht der perfekte Protagonist, aber ich werde seine Fälle gerne weiter verfolgen.

 

 

 

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